02.02.2018 Freitag Waldbad Waldkraiburg - Erhalt oder Neubau?

Das derzeit wohl am heißesten diskutierte Thema in der Region ist die Frage, wie es mit dem Waldkraiburger Waldbad weitergehen kann.

Seit mittlerweile fünf Jahren leisten die Rettungsschwimmer der DLRG Wachdienst im Waldbad und sorgen mit den Stadtwerken für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger - und ermöglichen damit die häufigere Öffnung von Attraktionen wie Sprungturm, Wellenbecken und Rutsche. Zudem nutzen die ehrenamtlichen DLRG-Retter das Waldbad im Sommer für die Ausbildung der eigenen Einsatzkräfte sowie für Schwimmkurse und Rettungsschwimmkurse.

Waldbad als Wettkampfort

Im Waldbad wurden regelmäßig große Schwimmwettkämpfe ausgetragen. Auch die DLRG richtete beispielsweise die Bayerischen Meisterschaften im Rettungsschwimmen 2013 im Waldbad aus. Es bietet hierfür sehr gute Wettkampfbedingungen. Die DLRG-Jugend Bayern war auch in den letzten Jahren mehrfach interessiert, die Rettungswettkämpfe wieder in der Sportstadt Waldkraiburg durchzuführen. Leider war in der Vergangenheit das Risiko einer kurzfristigen Sperrung von Wasserflächen zu groß, weswegen die Großveranstaltung mit mehr als 1000 Teilnehmern auf andere Örtlichkeiten außerhalb der Region ausweichen musste. Da im Mühldorfer Freibad die Problematik der Lärmbelästigung der Anwohner besteht, gibt es in der Region leider aktuell kein geeignetes Bad, in dem entsprechenden Wettkämpfe ausgetragen werden können. Egal ob Neubau oder Sanierung – für die regionalen Schwimmvereine und die Sportstadt Waldkraiburg ist sehr wichtig, dass das zukünftige Bad mit seinen Gegebenheiten auch als Wettkampfbad nutzbar ist – das heißt konkret: Erhalt von 8 Schwimmbahnen bei einem 50-Meter-Becken.

Lob an die Stadt

Dass sich Robert Pötzsch als Bürgermeister sowie der Stadtrat grundsätzlich für den Erhalt eines Freibads in Waldkraiburg ausgesprochen haben, ist der wichtigste Aspekt und ein großer Gewinn für alle Bürger und Schwimmsportvereine in der Region. Immerhin sind rund 260 Bäder in Bayern sanierungsbedürftig und davon 65 aufgrund klammer Kassen von einer Schließung bedroht. Gleichzeitig ist Bayern immer noch das Bundesland mit den höchsten Ertrinkungszahlen und Bäderschließungen haben einen wesentlichen Anteil an den steigenden Nichtschwimmerzahlen.

Demzufolge ist der Wille zum Erhalt eines Freibades nicht selbstverständlich und den Verantwortlichen hoch anzurechnen. Dass die Debatte um das Waldbad häufig unter emotionalen Gesichtspunkten geführt wird, ist aufgrund der Bindung vieler Bürger zu dem Bad durchaus nachvollziehbar. Im Sinne aller Schwimmsportvereine, Bürgerinnen und Bürger und den zukünftigen Generationen ist es für die Attraktivität und den langfristigen Erfolg des zukünftigen Bades wichtig, dass die genannten Aspekte bei der Realisierung beachtet werden. Nicht zuletzt muss auch langfristig eine Finanzierbarkeit gegeben sein – insofern müssen, auch wenn der Standort der Neubau-Variante nicht ideal ist, alle Varianten objektiv und sachlich mit ungeschönten Zahlen abgewogen werden.

Auf die Hallenbäder kommt es an

Freibäder sind eine große Attraktion bei sommerlichem Wetter. Aber nur dann. Zumindest in den Raum stellen muss man, ob bei der Variante „Neubau“ zumindest das Sportbecken winterfest gemacht werden kann. Ein Hallenbad für die erfolgreiche Schwimm- und Rettungsausbildung ist durch nichts zu ersetzen, denn es bietet ganzjährig einen festen, gegen Witterungseinflüsse geschützten Bereich. Weder Wind, Schnee, Regen, Kälte noch zu viel Sonne beeinträchtigen hier den Aufenthalt.

Waldkraiburg hat glücklicherweise eine Schulschwimmhalle – ein großer Gewinn für die Waldkraiburger Kinder. Jedoch ist es auch für die Öffentlichkeit wichtig, ganzjährig und wetterunabhängig die Möglichkeit zum Schwimmen zu haben. Die Waldkraiburger Bürgerinnen und Bürger müssen hier auf andere Bäder wie das in Mühldorf ausweichen, falls sie nicht die Schulschwimmhalle nicht zu den sehr eingeschränkten Öffnungszeiten nutzen können.

DLRG-Ausbilder Ralf Waidmann appelliert: „Ermöglichen wir unserer Bevölkerung eine solide Grundlagenausbildung im Schwimmen, mit der Möglichkeit ganzjährig zu trainieren, erhöht sich automatisch auch die Sicherheit an unserer Freigewässern. Denn ein Kind, das heute nicht schwimmen kann oder nur ein schlechter Schwimmer ist, wird in Zukunft immer mit der Gefahr leben müssen, beim Schwimmen zu verunglücken.“

Nebenbei ist Schwimmen ist eine der gesündesten Sportarten überhaupt und bietet sowohl für Jung und Alt die Möglichkeit, aktiv zu bleiben und sich fit zu halten. Nicht zuletzt deshalb fördert unter anderem die AOK Bayern die Aktion Sichere Schwimmer der DLRG-Jugend Bayern, bei der DLRG- Bundesfreiwilligendienstleistende das Schulschwimmen unterstützen bzw. überhaupt erst ermöglichen.

DLRG als Partner

Der DLRG Kreisverband Mühldorf unterstützt die Stadtwerke sowie die Stadt Waldkraiburg gerne auch in Zukunft und steht als Partner in der Wassersicherheit zur Verfügung. Die DLRG-Ausbilder bilden, wie zuletzt auch in Kooperation mit dem Waldbad-Förderverein, engagierte Bürgerinnen und Bürger zu Rettungsschwimmern für das Waldbad aus und unterstützen auch zukünftig mit den erfahrenen DLRG- Rettern das Personal der Stadtwerke.

Ziel der DLRG ist es, die Sicherheit am und im Wasser zu erhöhen sowie die Ertrinkungszahlen weiter zu senken. Dafür führen die ehrenamtlichen DLRG-Retter Präventionsmaßnahmen wie Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung sowie Aufklärungsarbeit in Schulen und Kindergärten durch. Zudem leisten sie Rettungswachdienst und werden im Ernstfall mit der Schnelleinsatzgruppe Wasserrettung an die Gewässer im Landkreis alarmiert. Termine für Schwimm- und Rettungsschwimmkurse sowie weitere Informationen zur DLRG im Landkreis finden Interessierte Bürgerinnen und Bürger auf muehldorf.dlrg.de

Terminhinweis: Am Mittwoch, den 21. Februar findet um 19 Uhr im Haus der Kultur eine Bürgerversammlung zum Thema Waldbad statt.

Kategorie(n)
Pressemitteilungen, Öffentlichkeitsarbeit

Von: Alexander Fendt

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