04.01.2016 Montag  DLRG warnt vor Betreten von Eisflächen

Der Flossinger Weiher ist aktuell nur mit einer dünnen Eisschicht bedeckt

Eine ganz dünn angefrorene Wasseroberfläche der Isen bei Mühldorf

Alexander Fendt zeigt, wie man in Ufernähe eingebrochenen Personen helfen kann

Hinweisschilder der DLRG ermöglichen Besuchern sich über die Eisregeln zu informieren. Infos unter www.eisregeln.de

Damit Laien ins Eis eingebrochenen Personen helfen können, sind u.a. um den Flossinger Weiher lange Holzstangen platziert

Notruf 112 - europaweit & kostenfrei!

Der Wintereinbruch lies dieses Jahr auf sich warten. Doch seit wenigen Tagen herrschen nun Minustemperaturen und spätestens ab Mitte Januar soll es den Wetterdiensten nach besonders kalt werden und nachts die Temperaturen unter -10°C sinken.

Das sorgt dafür, dass auf einigen Teichen und kleineren Seen sowie Fließgewässern im Landkreis Mühldorf wieder eine Eisfläche entstanden ist oder in Kürze entsteht. Aber Vorsicht: Das Eis ist trügerisch und nicht tragfähig. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rät auch für die nächsten Wochen dringend zur Vorsicht und gibt Tipps für die Sicherheit. Wichtig ist es, erst viele Tage mit starkem Nachtfrost abzuwarten, bevor man eine Eisfläche betritt. Und trotz einer vermeintlich dicken Eisschicht können an verschiedenen Stellen Gefahren lauern: Über fließendem Wasser wächst die Eisschicht langsamer als auf stehendem. Daher besteht besondere Gefahr an Zu- und Abflüssen, an Quellen im See, die Strömungen verursachen, und an bewachsenen Uferstellen.

Bei Seen soll die Eisdecke mindestens 15 cm stark sein, damit das Eis betreten werden kann. Das ist jetzt noch nicht der Fall. Denn viele Faktoren beeinflussen das Anwachsen der Eisschicht, z.B. Schnee auf dem Eis oder Wasserpflanzen. 

Wissenswertes über das Eis

Dunkle Stellen im Eis bedeuten eine besonders dünne Eisschicht: Über fließendem Wasser wächst die Eisschicht langsamer als auf stehendem. Daher besteht besondere Gefahr an Zu- und Abflüssen von Seen und an Quellen im See, die Strömungen verursachen; ebenso an bewachsenen Uferstellen. Ein Knistern oder Knacken beim Betreten der Eisschicht ist ein letzter Hinweis dafür, dass die Tragkraft des Eises nicht ausreicht. Das eiskalte Wasser verursacht schneidende Schmerzen und raubt dem Körper Muskelkraft. Einem Verunfallten bleiben deshalb nur wenige Minuten Zeit, sich selbst zu retten. Außerdem bedeutet Unterkühlung im eisigen Wasser fast immer Lebensgefahr.

Sicherheitstipps

Der wichtigste Sicherheitstipp der DLRG ist: Gehe jetzt nicht aufs Eis! Gehe erst aufs Eis, wenn Du ganz sicher bist, dass es trägt. Bedenke dabei, dass die Eisfläche unterschiedliche Stärken haben kann. Respektiere Warnhinweise, informiere Dich über spezielle örtliche Gegebenheiten und warte die offizielle Freigabe durch Behörden in den Medien ab. Die DLRG wird Eisflächen nicht zum Betreten freigeben.

Gut vorbereitet

Die DLRG hat wichtige Tipps unter www.eisregeln.info ins Internet gestellt. Diese Regeln sind auch gut geeignet, um sie mit Kindern zu besprechen. Die Sicherheitsinformationen der DLRG werden unterstützt vom bayerischen Gesundheitsministerium und von der Versicherungskammer Bayern. Schulen und Kindergärten können sich kostenfrei Infomaterialien bestellen. Privatpersonen können sich an ihre örtliche DLRG-Gliederung wenden, um Flyer oder ähnliches zu erhalten.

Selbstrettung - Wenn Du ins Eis eingebrochen bist

Es verbleibt nicht viel Zeit, um Dich selbst aus dem frostigen Wasser auf die Eisfläche zu retten. Binnen weniger Minuten tritt eine Unterkühlung ein. Das eiskalte Wasser verursacht starke Schmerzen und Deine Kräfte für eine Selbstrettung schwinden sehr schnell. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und Panik zu vermeiden. Mache auf Dich aufmerksam: Rufe laut um Hilfe, damit Passanten Dich bemerken und den Notruf 112 absetzen können. Professionelle Hilfe kann so parallel zu Dir geschickt werden.

Breite Deine Arme über die Oberfläche der Eisfläche vor Dir aus. Versuche Dich langsam flach auf die Eisfläche zu schieben und kriechend das Ufer zu erreichen. Vermeide dabei unter allen Umständen, unter das Eis zu geraten! Handle schnell und entschlossen, unterlasse aber heftige Bewegungen, da diese zu noch mehr Wärmeverlust führen. Wenn Du in Sicherheit bist, begebe Dich sofort zum nächsten Arzt oder lasse dich vom Rettungsdienst versorgen.

Fremdrettung - So kannst du einem ins Eis Eingebrochenen helfen

Wenn Du siehst dass jemand ins Eis eingebrochen ist, rufe laut um Hilfe damit andere Personen Dich unterstützen. Wichtig ist, sofort den Notruf abzusetzen (112). Man sollte so weit wie möglich von der Einbruchstelle weg sein und Hilfsmittel (Stangen, Leitern, Seile...) benutzen, sodass der Eingebrochene möglichst eigenständig aus dem Wasser kommt. Gelingt es dem Verunglückten nicht, sich so an Land zu ziehen, muss der Retter ihm auf dem Eis ggf. zu Hilfe kommen. 

Dabei nicht vergessen: Das brüchige Eis stellt auch für den Helfer eine erhebliche Gefahr dar, deshalb an die Eigensicherung denken. Bevor du die Eisfläche betrittst, lass Dich von anderen Personen auf alle Fälle sichern (z.B. Leine). Sprich dem Verunfallten Mut zu. Sag ihm, dass Hilfe unterwegs sei und er ruhig bleiben soll. Nähere Dich der Einbruchstelle nur flach auf dem Eis liegend und benutze Hilfsmittel, um den Druck auf das Eis auf eine größere Fläche zu verteilen – z. B. einen umgedrehten Schlitten oder ein Brett.

Auch die Eiseinbruchkante sollte mit einem Hilfsmittel abgedeckt werden, damit sie nicht nachbrechen kann.  Der Körper sollte flach gelagert und nicht unnötig bewegt werden. Beim Aussetzen von Atmung oder Kreislauf lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten (Herz-Lungen-Wiederbelebung) und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortsetzen.

Notruf 112

Die ehrenamtlichen Rettungskräfte der DLRG und befreundeter Hilfsorganisationen können rund um die Uhr unter der Notrufnummer 112 für die Rettung aus Eis- und Wassergefahren alarmiert werden.

Kategorie(n)
Pressemitteilungen

Von: Alexander Fendt

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