02.06.2016 Donnerstag  Hochwassereinsatz in Simbach

Vom 01.06.2016, 15 Uhr, bis 02.06.2016 um 2:30 Uhr war unsere Strömungsrettergruppe im Hochwassereinsatz in Simbach eingesetzt. Gegen 18 Uhr erhielten unsere 12 ausgerückten Einsatzkräfte den ersten Einsatzauftrag. Es galt, eine Familie mit Kleinkindern aus einem Haus zu retten, welches vom Wasser bereits umschlossenen war.

Schon die Anfahrt zum Einsatzort stellte die Einsatzkräfte vor eine Herausforderung. Viele Straßen in Simbach waren durch das Hochwasser nicht mehr passierbar. Nachdem ein Teil der Bundesstraße B12 vom Simbach unterspült wurde und abrutschte, musste durch einen Fußtrupp die Überfahrt erkundet werden. Erst danach konnte sich die Wasserrettungsgruppe ihren ersten Weg an das überflutete Wohngebiet bahnen.

Den Einsatzkräften bot sich ein dramatisches Bild: Häuser waren bis ins Erdgeschoss mit Wasser überflutet. Einrichtungsgegenstände lagen 'kreuz und quer' im Erdgeschoss.
Der geringe Tiefgang unseres Schlauchbootes war ein großer Vorteil gegenüber den großen Rettungsbooten anderer Hilfsorganisationen. Die Fahrt mit Motoreinsatz war aufgrund der größtenteils ungenügenden Wassertiefe nicht möglich. Unsere Strömungsretter mussten durch unebenen Untergrund, teils bis zu den Knien im Sand und bis zur Brust im strömenden Wasser waten um die Personen und Tiere zu retten.

Insgesamt wurden von unserem Team 82 Personen, darunter zwei Säuglinge und 17 Kinder aus den Häusern gerettet. Unter den Erwachsenen befanden sich einige bewegungseingeschränkte, sehbehinderte und auf Medikamente angewiesene Personen. Zusätzlich wurden 5 Katzen und 2 Hunde mit an Land übersetzt.
Während Hubschrauber über uns Personen von Hausdächern retteten, waren wir über den Wasserweg unterwegs und wurden immer wieder von Anwohnern auf andere, meist alleinstehende ältere, Personen in Nachbarhäusern hingewiesen, die es zeitnah zu evakuieren galt. Hierzu mussten teils Haustüren gewaltsam geöffnet werden, wenn die Bewohner dies nicht selbst tun konnten.
Unsere vier Strömungsretter waren insgesamt von 18:30 Uhr bis 24 Uhr durchgehend im Wasser im Einsatz. Da sich im Hochwasser Klärstoffe, Heizöl und viele andere Chemikalien befinden müssen die kompletten Schutzausrüstungen unserer Ehrenamtlichen ersetzt werden.

Wir bedanken uns bei allen eingesetzten kooperierenden Kräften, insbesondere den Kameraden der Feuerwehren Burghausen und Erlach, die uns die Einsatzstelle ausgeleuchtet haben und die Personen und Tiere übernahmen, dem Malteser Hilfsdienst für die Verpflegung an der Sammelstelle und den DLRG-Kräften aus anderen Ortsverbänden für die einwandfreie Zusammenarbeit!
Ein großer Dank gilt auch den Anwohnern, die uns mit Schubkarren und anderen Materialien den Einsatz erleichtert haben.

Helfen Sie uns, damit wir helfen können! - Mit Ihrer Spende (hier klicken)

 

Kategorie(n)
Schnelleinsatzgruppe (SEG)
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Von: Felix Fendt

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