10.06.2016 Freitag  DLRG für mehr Kindersicherheit

Ob zu Hause, im Garten oder auf Schulweg: Täglich verunglücken in Deutschland Kinder. Die Ursachen sind vielfältig. Häufig passieren Unfälle im Wasser. Die Gefahren, die beispielsweise schon von Badewannen und Gartenteichen ausgehen, werden von Eltern oft unterschätzt. Dabei sollte doch ausnahmslos gelten: Die eigenen Kinder, aber auch fremde Sprösslinge in der näheren Umgebung, sollten immer im Auge behalten werden. Sie sind noch nicht in der Lage, die gesamte Tragweite ihres Handelns zu überschauen. Kinder agieren risikoreicher, ahnungsloser und unbekümmerter. Mama und Papa sollten sich zudem darüber im Klaren sein, dass Wasser auf fast alle Jungen und Mädchen eine quasi magische Anziehungskraft ausübt.

Am Tag der Kindersicherheit möchte die DLRG das Bewusstsein für Unfallgefahren wecken: Mit diesen Tipps machen Eltern den Alltag für ihre Kinder sicherer und können im Notfall richtig handeln:

Sicher am und im Wasser:

  • Kinder sollten nur Baden, wenn sie sich wohlfühlen und sich stets vorher abkühlen.
  • Niemals sollten Kinder mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser gehen.
  • Kinder sollten ihre Kräfte nicht überschätzen und Eltern dabei helfen, ein Bewusstsein für Gefahren zu schaffen.
  • Wo Schiffe und Boote fahren, sollten Jungen und Mädchen (wie auch ihre Eltern) nicht baden.
  • Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Kinder und auch ihre Eltern müssen sofort raus aus dem Wasser.
  • Aufblasbare Schwimmhilfen garantieren keine Sicherheit im Wasser. Eltern müssen dennoch immer in unmittelbarer Nähe bleiben.

Sicher in Schwimmbädern:

  • Verdeutlichen Sie Kindern, dass Wasserflächen unter Sprunganlagen oder im Auslauf von Rutschen keine Aufenthaltsbereiche sind. Vor Ihrem Sprung sollten sich die Kinder deshalb sicher sein, dass dieser Bereich auch tatsächlich frei ist.
  • Beachten Sie sorgfältig die Sicherheitshinweise und -regeln bei der Nutzung von Wasserrutschen – weisen Sie Kinder darauf hin.
  • Kinder sollten wissen, dass Nichtschwimmer ins Nichtschwimmerbecken gehören.
  • Am Beckenrand stets langsam gehen – nicht laufen.
  • In der Regel ist das Springen vom Beckenrand nicht gestattet. Auf Mitmenschen im Wasser ist in jedem Fall zu achten.

Richtiges Verhalten an offenen Gewässern:

  • Unbekannte Ufer bergen Gefahren – Strömungen, scharfkantige Gegenstände und viele weitere.
  • Lassen Sie Kinder nicht in unbekannten Gewässern schwimmen und planschen.
  • Schwimmen und Baden an der See ist mit besonderen Gefahren verbunden (Brandung, Wellen).
  • Lassen Sie die Kinder nur ins Wasser springen, wenn es tief genug ist und frei.
  • Achten Sie darauf, dass die Kinder nicht zu weit hinaus treiben, beachten Sie die ausgewiesenen Badezonen.
  • Auftriebskörper wie aufblasbare Wassertiere, Reifen, Wasserbälle und ähnliches sind allenfalls Spielzeug und keine sicheren Hilfsmittel zum Baden und Schwimmen. Im Gegenteil. Sie bergen Gefahren, da Kinder beim Spiel damit leicht in tiefes Wasser geraten oder abtreiben können.

Sicher im häuslichen Umfeld:

  • Auch in der Badewanne oder dem Planschbecken können Kinder ertrinken. Sorgen Sie für Rutschsicherheit und bleiben Sie in unmittelbarer Nähe.
  • Bottiche und Regentonnen können gefährlich werden. Sie sollten mit abschließbaren Deckeln gesichert sein.
  • Gartenteiche sollten Sie mit einem Zaun sichern.
  • Gefahrenquellen befinden sich nicht immer nur auf dem eigenen Grundstück. Der Bach dahinter oder der Fischteich des Nachbarn wirken wie ein Magnet auf Kinder. Stellen Sie sicher, dass kein unbeaufsichtigter Zugang möglich ist.

So früh wie möglich das Schwimmen lernen:

  • Ab fünf Jahren sind Kinder in der Regel in ihrer Entwicklung so weit, dass sie schwimmen lernen können. Für geübte und sichere Schwimmer ist das Risiko zu ertrinken geringer. Deshalb rät die DLRG, so früh wie möglich mit der Schwimmausbildung zu beginnen!
  • Ein erster Schritt auf dem Weg zum sicheren Schwimmer ist das bei den Jungen und Mädchen beliebte Seepferdchen-Abzeichen. Doch Achtung: Erst mit dem Jugendschwimmabzeichen Bronze sind Kinder im Allgemeinen in der Lage, sich sicher im Wasser zu bewegen.

Tipps für Aufsichtspersonen:

  • Erzieher/innen, Lehrer/innen, Übungsleiter/innen und andere Aufsichtspersonen müssen „rettungsfähig“ sein (eine rechtliche Mindestvorgabe für dieses Qualifikationsmerkmal definieren z.B. die Erlasse der Kultusministerien der Länder).
  • Die Rettungsfähigkeit und die Erste-Hilfe-Kenntnisse sollten regelmäßig (die DLRG empfiehlt alle zwei Jahre) wieder praktisch nachgewiesen und aufgefrischt werden.
  • Die Aufsichtsperson befindet sich in einer Garantenstellung und die daraus resultierende Verantwortung ist nicht delegierbar (auch nicht auf Schwimmmeister). Daher: Fachfremde Lehrkräfte müssen über Kenntnisse in der Methodik des Schwimmunterrichts verfügen.
  • Bei gemischten Gruppen sollten Nichtschwimmer und schwimmfähige Kinder in jedem Fall in entsprechend getrennte Betreuungsgruppen aufgeteilt und jeweils gesondert beaufsichtigt werden.

Seien Sie Vorbild

Wichtig: Bedenken Sie, dass Sie als Erwachsener oder Jugendlicher immer eine Vorbildfunktion für Kinder haben. Daher hinterfragen Sie auch Ihr eigenes Verhalten im und am Wasser, damit es nicht zu Unfällen aufgrund von Nachahmereien kommt.

Kategorie(n)
Pressemitteilungen

Von: Alexander Fendt

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