21.06.2016 Dienstag  Projekt Schulschwimmen: weniger Nichtschwimmer

40 Kinder der Benedikt XVI.-Grundschule Aschau haben es geschafft. So wie über 900 Viertklässler im Landkreis Mühldorf haben sie in diesem Jahr die Prüfung zum bronzenen Schwimmabzeichen erfolgreich abgelegt. Sie sind sichere Schwimmer und beherrschen die Baderegeln nicht nur in Theorie und Praxis, sondern können sie sogar singen, wie sie im Rahmenprogramm der Feierstunde in Aschau bewiesen.

Schulamtsdirektor Wax ist stolz auf die positive Entwicklung

Die Aschauer Grundschule gehört zu jenen neun Grundschulen im Landkreis, in der es in der 4. Klasse gar keine Nichtschwimmer mehr gibt. Die Nichtschwimmerquote bei den Viertklässlern im Landkreis ist auf sieben Prozent gesunken. Das große Ziel, diesen Wert auf Null zu drücken, ist ein Stück näher gerückt. „Wir wollen uns weiter verbessern“, so Wax, der als treibende Kraft für diese positive Entwicklung gilt.

Eine wesentliche Voraussetzung dafür war die Renovierung des Hallenbades im Berufsbildungswerk Waldwinkel vor drei Jahren, die die Salesianer Don Boscos gemeinsam mit der Gemeinde Aschau und dem Landkreis finanzierten.

Zahlreiche Gemeinden beteiligen sich an den Betriebskosten. Kinder der Grundschulen Ampfing, Buchbach, Heldenstein, Obertaufkirchen, Schwindegg, Taufkirchen und Aschau und einiger weiterführender Schulen lernen in Waldwinkel Schwimmen.

Profitiert hat Projekt dadurch, dass 2015 zunächst die DLRG und wenig später die AOK als Kooperationspartner einstiegen. Die DLRG, die 2013 die bayernweite Aktion „Sichere Schwimmer“ gestartet hatte, stellt seit einem Jahr im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes mit Tanja Paliy eine Fachkraft zur Verfügung. Sie unterstützt die Lehrkräfte beim Schwimmunterricht in Waldwinkel. Gefördert wird die Stelle von der AOK.

Diese Unterstützung habe zur Akzeptanz des Schwimmunterrichts in der Lehrerschaft ganz erheblich beigetragen, sagt die Aschauer Rektorin Maria Hansmeier.

Zunächst hatte es Vorbehalte gegen den Schwimmunterricht gegeben, der große Verantwortung mit sich bringt. Nur wenige Lehrkräfte hatten einen Schwimmschein. Mittlerweile haben laut Wax zusätzlich etwa 30 Lehrkräfte die Lizenz in Kursen erworben.

Bufdi Tanja Paliy, die aus der Ukraine kommt, wird dem Projekt noch ein halbes Jahr erhalten bleiben. Auch in Zukunft sei diese Unterstützung gesichert, so Hans Wax, der andeutete, dass eine ähnliche Lösung auch für das neue Schulschwimmbad in Waldkraiburg realisiert werden könnte.

Das Bad in Waldkraiburg, das im vergangenen Herbst eröffnet wurde, habe eine zusätzliche Entlastung gebracht, so der Schulamtsdirektor. In dieser kurzen Zeit sei der Anteil der Nichtschwimmer unter den Waldkraiburger Viertklässlern bereits um 40 Prozent gesunken.

„Vorbildlich nicht nur für Bayern, sondern sogar bundesweit“ nennt Ingo Flechsenhar, Bezirksvorsitzender der DLRG, das Projekt. Über 2000 Kinder beteiligten sich im ganzen Freistaat heuer an der DLRG-Aktion, davon allein 1200 aus dem Landkreis Mühldorf. Wie notwendig die Schwimmausbildung ist, das betonen auch die anderen Redner der Veranstaltung. Deutschland sei ein „Nichtschwimmerland geworden, sagt stellvertretender Landrat Alfred Lantenhammer. Jürgen Liegl von der DLRG weist auf die hohe Zahl der Ertrinkungstoten insbesondere in Bayern hin. 80 waren es 2014, 115 im vergangenen Jahr. Seit vielen Jahren steht Bayern bundesweit an der Spitze dieser traurigen Statistik.

Andreas Santl von der AOK ist neben der lebensrettenden Bedeutung des Schwimmsports auch der gesundheitsfördernde Aspekt wichtig. Und Aschaus Bürgermeister Alois Salzeder spricht im Blick auf die Eröffnung des Hallenbades in Waldwinkel von einer „sehr guten Investition für uns alle“.

Zahlreiche Bürgermeisterkollegen, unter ihnen auch Bürgermeistersprecher Karl Dürner, waren zu der Veranstaltung gekommen, zu der sich ursprünglich sogar ein Mitglied der bayerischen Staatsregierung angesagt hatte. Kultus-Staatssekretär Bernd Sibler, musste seine Teilnahme kurzfristig absagen – wegen des Hochwassers in Nieder bayern.

Von: OVB, Hans Grundner

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