30.07.2018 Montag Ertrinkungszahlen steigen durch frühen Sommer

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2018 sind in deutschen Gewässern 279 Menschen ertrunken. Das sind 37 mehr als im Jahr davor. Diese Zahlen gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Freitag in Scharbeutz bekannt. „Hatten wir im letzten Jahr durch den eigentlich nicht vorhandenen Sommer vergleichsweise geringe Ertrinkungszahlen, beweisen die anhaltenden Temperaturen und das schöne Wetter einmal mehr, dass es leider auch in die andere Richtung gehen kann“, beklagt DLRG-Sprecher Achim Wiese. Allein im bereits sehr warmen April verstarben mit 37 Menschen zwölf mehr als im Vergleich zum Vorjahr, der Mai folgt mit zehn Fällen mehr (51>41).

Die meisten Ertrinkungsfälle ereignen sich wie so oft an den ungesicherten Badestellen vor allem im Binnenland. Dort kamen 250 ums Leben – das sind fast 90 Prozent der Gesamtzahl. 104 starben in Flüssen, 116 in Seen und Teichen, elf in einem Kanal. „Das Ertrinkungsrisiko an diesen Badestellen ist sehr hoch, da sie eben nicht bewacht werden, ein Ertrinkender hat hier wenig Aussicht auf Rettung. Daher fordern wir dringend mehr Bewachung auch im Binnenland durch unsere Rettungsschwimmer. Nur so können die Zahlen gesenkt werden“, beteuert Wiese. Hier seien besonders Länder, Kommunen und Badbetreiber in der Pflicht, für mehr Sicherheit zu sorgen – ein schlichtes Badeverbotsschild reicht nicht aus. In Schwimmbädern fanden 19 Badegäste den nassen Tod.

Deutlich abgenommen haben die tödlichen Unfälle an den Küsten, was die gute Leistung des Zentralen Wasserrettungsdiensts Küste (ZWRD-K) widerspiegelt: Acht Opfer (eins an der Nord-, sieben an der Ostsee) sind hier zu beklagen. Im letzten Jahr waren es noch 25. Auch hier ertrinken die Menschen vor allem an unbewachten Stränden, Alkohol und Selbstüberschätzung sind die Hauptgründe. Im Geschlechtervergleich liegt der Anteil der Frauen bei rund 19 Prozent, Männer sind nach wie vor die Risikogruppe. „Leichtsinn, Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung sind hier die Hauptursachen“, erläutert der DLRG-Pressesprecher.

Erst vergangenen Sonntag (22.7.) führte eine 17-jährige Wachgängerin in Niendorf/Timmendorf eine erfolgreiche Lebensrettung durch. Nachdem sie die mit dem Rücken nach oben treibende Person im Wasser bemerkte, machte sie sich ohne zu zögern auf den Weg ins Wasser. Mit der Unterstützung durch einen Stand Up Paddler wurde diese zurück an den Strand gebracht, stabilisiert und wenig später dem Rettungswagen übergeben.

Neben der Bekanntgabe der Sommerzwischenbilanz wurde in Scharbeutz der Einsatz verschiedener Rettungsmittel der Lebensretter demonstriert, darunter Rettungsboot (Inflatable Rescue Boat IRB), Rettungsbrett sowie das so genannte Stand Up Paddle (SUP). Mit Spannung wurde die Vorführung einer Drohne verfolgt. Die unbemannten Helfer werden in Zukunft vermehrt zum Einsatz kommen und unsere Rettungskräfte am Boden ergänzen. „Mit der Drohne können wir überall dort, wo wir eine gute Sicht im Wasser haben, große Gebiete schnell und effizient absuchen. Durch die präzise Navigation des fliegenden Auges ermöglicht uns dies, unsere Retter gezielt zu einem Einsatz zu navigieren“, erklärt Alexander Kille, Projektleiter Einsatzdrohnen in der DLRG.

Kategorie(n)
Pressemitteilungen, Öffentlichkeitsarbeit

Von: DLRG Bundesverband

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