20.03.2015 Freitag  Hallenbäder sind lebenswichtig

Hallenbäder sind unersetzlich

Die DLRG führt Schwimmausbildung und Schwimmtrainings komplett ehrenamtlich durch

Zum weltweiten Tag des Wassers am 22. März weist die Deutsche Lebens- Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf die lebenswichtige Bedeutung der Hallen-Schwimmbäder und gleichzeitig deren aktuelle Gefährdung hin.

Nach Auskunft des Bayerischen Innenministeriums vom 13.2.2015 wurden in Bayern in den letzten 10 Jahren 138 Hallenbäder geschlossen. Nach Kenntnis der DLRG Bayern ist dafür die Hauptursache, dass nach dem Neubau-Boom in den 1970er Jahren derzeit für viele Hallenbäder Sanierungsbedarf besteht und die Kommunen sich mit deren Finanzierung überfordert sehen. Von den rund 880 noch im Betreib befindlichen kommunalen Schwimmbädern sind 7,5 % von der Schließung bedroht. Bei 30 % besteht Sanierungsbedarf. Hoffnung für diese Bäder besteht darin, dass die Kommunen von der Bundesregierung nochmals bis 2018 fünf Milliarden Euro für ihre marode Infrastruktur erhalten sollen. Hier müssen nach Ansicht der DLRG Bayern auch die Hallenbäder partizipieren. Denn diese Bäder sind auch Ausbildungsstützpunkte für die Wasserrettungsorganisationen.

Hallenbäder unersetzlich

„Schwimmen ist nicht irgendein beliebiger Sport. Schwimmen können ist eine lebensnotwendige Fähigkeit“, weiß Patrick Sinzinger, Leiter Ausbildung bei der DLRG Bayern. Um Schwimmen lernen zu können, sind bei Witterungsverhältnissen wie in Deutschland Hallenbäder erforderlich. Nur hier ist es ganzjährig möglich, Schwimmen zu lernen und zu trainieren. Freibäder kommen hier praktisch nicht in Frage. Ebenso ungeeignet sind sogenannte Erlebnisbäder, weil sie meistens eine unzureichende Wassertiefe haben und keine geradlinigen Bahnen, aber dafür manchmal einen störenden Wellenbetrieb. Aus diesen Fakten ergibt sich die herausragende, unersetzliche Funktion des klassischen Hallenbades mit Sportbahnen und idealerweise einem flacheren, wärmeren Lehrschwimmbecken.

Hallenbäder müssen erreichbar sein

Nach der „DSB-SPRINT-Studie“ (Schulsport in Deutschland) von 2005 hatte schon damals ein Fünftel der Schulen keinen Zugang zu einem Schwimmbad. Deshalb stellt die DLRG die Notwendigkeit fest, dass Hallenbäder vor allem für Kinder in erreichbarer Nähe sein müssen – seien es öffentliche Hallenbäder oder Schulschwimmbäder. Zwar gehört in Bayern für die dritten und vierten Klassen Schwimmen zum Pflichtunterricht. Ist ein Hallenbad jedoch so weit entfernt, dass die Zeit des Sportunterrichts für Fahrt, Umkleiden und den eigentlichen Schwimmunterrichts nicht ausreicht, besteht das Risiko, dass der Schwimmunterricht nicht stattfinden kann. Die DLRG hat in einer repräsentativen Studie festgestellt, dass ein Drittel der Kinder und Jugendlichen nicht sicher oder gar nicht schwimmen kann. (Nach Angabe der Eltern; Kriterium: Besitz eines Schwimmabzeichens; Quelle: Emnid-Umfrage von 2004)

Ohne Trainingsmöglichkeit auch keine Rettungsschwimmer

Ein noch wenig beachteter, aber hoch wichtiger Aspekt: Außer für das Schwimmen lernen sind Hallenbäder auch für die Ausbildung und das laufende Training von Rettungsschwimmern erforderlich. Die Ausbildung von Rettungsschwimmern nur im Theorie-Unterricht wäre wenig wert und auch gar nicht zulässig. Patrick Sinzinger, Leiter Ausbildung der DLRG Bayern: „Schulkinder und Rettungsschwimmer ohne Hallenbad in erreichbarerer Entfernung – das hätte in einigen Jahren fatale Folgen für das ganze Land.“

Die Anforderungen an ein geeignetes Bad

Damit ein Bad für das Schwimmen und Retten lernen geeignet ist, soll es folgende Merkmale aufweisen: 

  • Hallenbad
  • Wassertiefe mindestens 80 cm bis 3,80 m
  • Bahnenlänge 25 m
  • Ideal: Separates Lehrschwimmbecken, Wettkampfbahn mit 50 m, Sprungturm mit 3 m Höhe, Startblöcke

Pressemeldung DLRG Landesverband Bayern

Zur Situation im Landkreis Mühldorf

Die in Waldkraiburg gebaute Schulschwimmhalle ist eine sehr postive Entwicklung in der Region, entgegen dem deutschlandweiten Trend der Schließung von Hallenbädern. Besonders wichtig ist jedoch, dass die Schwimmhalle auch Vereinen kostengünstig zur Nutzung zu Verfügung steht. Viele Sportvereine und Hilfsorganisationen übernehmen eine wichtige gesellschaftliche Rolle und beteiligen sich maßgeblich an der Schwimmausbildung und sorgen so für mehr Sicherheit.

Es ist wichtig, dass sich die Politik auch für den Erhalt des einzigen öffentlichen Hallenbades im Landkreis einsetzt. Ob Neubau oder qualitativ hochwertige Sanierung ist natürlich eine wichtige finanzielle Frage, darf aber die grundsätzliche Entscheidung zum Erhalt nicht negativ beeinflussen. Auch zukünftig müssen alle Bürgerinnen und Bürger im Winter die Möglichkeit haben, Schwimmen zu gehen und Schwimmen zu lernen.

Kategorie(n)
Pressemitteilungen, Öffentlichkeitsarbeit
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Von: Alexander Fendt

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